Dokutipp: Die Tricks mit Brot und Brötchen
05.11.2025
Es ist schon erstaunlich, was erlaubt ist, was toleriert wird und was echte Aufreger sind, über die sich im EU-Parlament wochenlang hoch dotierte Fachleute streiten.
Aktuelles Beispiel: darf ein Stück gebratenes Soja (oder Ähnliches) wirklich Fleisch oder Vleisch genannt werden? Oder ist das gar heimtückische Verbrauchertäuschung? Man stelle sich nur vor: ein ahnungsloser Carnivore beißt versehentlich in ein solches und im schlimmsten Fall fällt es ihm gar nicht auf - Wahnsinn!
Gegenbeispiel: es gibt kaum eine Bäckerei - sei sie noch so groß und industriell aufgestellt - die sich nicht ‘Handwerksbäckerei’ nennt. Lächelnde, sympathische ‘Bäcker’ mit vermehlten Händen schauen stolz auf das Produkt ebendieser. Und wir alle möchten dringend dieses handgefertigte Stück zuhause auf dem gedrechselten Olivenholzbrett unseren Liebsten zum Abendbrot servieren. Wem hier nicht das Herz aufgeht…
Und doch ist es in den meisten Fällen ganz anders: mit Handwerk und Natur haben die Brote und Brötchen in den seltensten Fällen etwas gemein. Eher mit Chemie, Industrie und Maschinen.
Genau diesem Thema nimmt sich eine aktuelle Doku an, die man in der ARD Mediathek ansehen kann: ‘Die Tricks mit Brot und Brötchen’.
Wer sich die 45 Minuten Zeit nimmt, dem geht vielleicht das ein oder andere Auge auf: was alles erlaubt (und gängige Praxis) ist, was in unserem Brotkorb landen darf, ohne dass man uns in Kenntnis setzen muss und wieviel ‘Handwerk’ in den meisten Handwerksbäckereien eigentlich noch vorherrscht. Und - last but not least - was ist der Preis dafür, dass die Backwaren von Maschinen produziert werden ‘können’, nicht mehr von Menschen, die das in einer mehrjährigen Lehre lernten.
Alles hat seinen Preis und die Stellung, die wir ihm zugestehen. Vielleicht wird unser ‘täglich Brot’ hier zu stiefkindlich behandelt? Es darf jeder selbst entscheiden!
